Wein

Selvarossa, Salice Salentino von Cantine due Palme

September 6, 2015

Selvarossa
Salice Salentino Riserva 2011
DOP von Cantine due Palme

Traubensorten: Negroamaro und Malvasia Nera
14.5% Alkohol

Der Wein kommt in einer schweren und soliden Flasche, wie ich es von Riserva Weinen aus der Toscana kenne. Die Italiener bieten einfach auch was fürs Auge und die Hand, wenn man von dort Weine kauft. Diesen hier habe ich bei Jeggli Weine online bestellt, ein kleiner aber feiner Weinhändler der mit Herzblut sein Unternehmen führt. Pssst, ich habe bei ihm 2 Weine bestellt, beides aussergewöhnliche Tropfen. Den ersten stelle ich jetzt vor, wollte ich doch warten, bis die sehr sommerlichen Temperaturen runterkamen um das Verkosten so richtig genussvoll zu beginnen.

Selva Rossa Salice Salentino

Die solide und schwere Flasche des Selvarossa.

Bereits beim einschenken in mein Rotweinglas fällt mir die sehr kräftige und dunkelrote satte Farbe auf, die an rote Kirschenkonfitüre erinnert. Der Wein wirkt fast dickflüssig. Eigentlich müsste ich das Glas jetzt hinstellen und noch zuwarten mit dem Verkosten, damit der Wein noch im Glas atmen kann. Ich bin aber eine mega Freundin vom “riechen und verkosten wie sich ein Wein in 10 Minuten im Glas weiter entwickelt”. Gesagt getan.

An der Nase fällt mir sofort das Lederaroma auf, was im italienischen als “Selvaggina” (nach Wild riechend) genannt wird, gefolgt von dicken, satten Amarenakirschen, Zeder, irgendwo im hintersten, heissesten Garten vergessen gegangene rote Beeren, die vor Saft nur so strotzen und aus denen man sofort Konfitüre machen will. Der Wein entwickelt sich rasch weiter im Glas und legt nach und nach weitere Aromen frei, wie Cassis, Zwetschgen und Tabak. Total spannend ist es jetzt den Wein zu verkosten. Dickflüssiges “da will ich mich reinlegen und nie mehr rauskommen” Wohlfühlwein fliesst durch meine Kehle. Boa! Satt, saftig und wahnsinnig weich (was ich nicht gedacht hätte bei der Intensität die da kommt!) ist er im Mund. Er bleibt lange lange auf der Zunge und ich finde den säurelastigen Punkt hinten auf meiner Zunge toll, weil er dadurch dem Wein einen gesunden Konterpart gibt.

Salice Salentino

So satt sieht die Farbe aus. Kein durchsehen möglich.

Ganz ehrlich dachte ich seit einigen Tagen ans verkosten von dem Wein und was ich dazu kochen könnte resp. essen will. Traditionell käme da natürlich die Süditalienische Küche aus dem Salento zum Zug, von dort kommen die Trauben, welche diesen Wein ausmachen. Oft wird zum Riserva ein kräftiger Eintopf oder Braten gemacht, das lohnt sich aber nur wenn man paar Leute eingeladen hat. Da ich heute aber als Weinweib den Abend alleine zelebriere, gibt es etwas völlig anderes dazu. Was aber nicht minder cool ist: lang gereifter Käse (Mammut Käse, Büffelkäse aus den schweizer Alpen und Schwarzsee Bergkäse) dazu ein Nussbrot und Salami. Da auch “Formaggio stagionato” zu diesem Wein gereicht wird bei den Italienern, ist es dort unten im Süden doch recht heiss und man hat nicht immer Lust in der heissen Küche zu stehen.

Also rieche weiter an meinem Wein und kann dabei nur stöhnen und dazu ein nettes “porca puttana” von mir geben. Tönt ziemlich hardcore sorry, aber was da meine Nase beglückt kommt “ihr wisst schon was” extrem nahe. Jetzt kommt auch ein super leckeres Aroma von Lakritze zum Vorschein, gepaart mit noch mehr Cassis und Zeder. Ich möchte echt in diesem Wein baden. Dazu ist er zwar bissi zu schade, wobei ich sagen muss, dass ich noch nie ein so extrem gutes Preis-Leistungsverhältnis hatte wie bei diesem Wein.

 

Flirrende Hitze über den Rebbergen

 

Erinnert ihr euch an meinen Blogpost “die Seele des Weins”? Fast am Ende angekommen rieche ich wieder in meinem Glas und folgendes Bild macht sich in meinem Kopf breit: steinige, trockene Erde, Hügel, Rebberge die in der heissen Sonne flimmern vor Hitze, Menschen die mit viel Liebe und Geduld die Rebberge und Trauben hegen und pflegen. Ich sehe alte Weinkeller, wo der bereits fermentierte Wein in Barrique lagert, in einem ruhigen und kühlen Keller, umsorgt von guten Geistern und der dann in oben erwähnte Flaschen abgefüllt wird, um dort weiter zu reifen und seine ganze Persönlichkeit noch verfeinern wird. Um uns dann mit absoluten Glücksgefühlen und Ahs und Ohs zu beschenken, wenn wir ihn öffnen und mit sehr viel Genuss trinken.
Wie gesagt, ich möchte diesen Wein behalten, in ihn tauchen und nie mehr hergeben. Ein Tropfen der sich lohnt Leute!

 

Herzlichst, Chris WeinWeib

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1 Comment

  • Reply Daniela Chiani November 2, 2015 at 10:42 am

    Liebe Frau Wespi,

    Gerne würde ich Ihnen als passionierte Weinbloggerin eine exklusive Einladung zukommen lassen für einen Wine-Tasting Event im Mercure Hotel Zürich. Könnten Sie mir Ihre e-Mail Adresse schicken? Alle weiteren Infos folgen per e-Mail. Bei Rückfragen – jederzeit gerne. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

    Herzliche Grüsse

    Daniela Chiani

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