Wein

4 Schweizer Weine verkosten

Juli 29, 2015

Schweizer Weine verkosten

Was lange währt wird endlich gut! Ich habe mir noch vor meinem Chicago Aufenthalt ein paar Flaschen Wein aus der Schweiz organisiert um diese dann in Ruhe nach meinen wohlverdienten Ferien zu verkosten. Und hier stelle ich euch 4 neue Weine vor. Netterweise hat mir der Lieferant zu jedem Wein noch ein factsheet dazu gelegt und ich hatte so viele Informationen rund um jeden Tropfen.

Beginnen tue ich mit dem Weisswein, gefolgt vom Rosé:

Château de Vinzel Grand Cru 2013
Vinzel, La Cote, AOC
Chasselas (Gutedel)
Weisswein
Reifungspotential 2 – 4 Jahre
12%

Weinweib Vinzel

Aromen: Intensiv blumig, mit einem Hauch Lindenblüte, grüner Apfel.

Er ist überraschend sanft und rund. Sehr persistent und kaum säurelastig wie andere Chasselas die ich kenne und bis jetzt getrunken habe. Was für mich eine tolle Überraschung ist, weil ich nicht wirklich eine Weissweintrinkerin bin. Sprich: Weissweine stellen mich irgendwie immer vor eine Herausforderung und darum habe ich auch begonnen, vermehrt Weissweine zu verkosten. Diesen hier würde ich am liebsten mit einem Raclette kombinieren. Weil aber Sommer ist und ich (ausser im Wallis hoch oben auf den Bergen) keine heissen Käsegerichte runterbringe, muss ich halt meine Phantasie walten lassen und mir den geschmolzenen Käse und die Kartoffeln dazu einbilden. *mmmm schmeckt sehr lecker!* Das von Obrist vorgeschlagene Malakoff (eine regionale Käsespezialität) muss ich auch mal machen und probieren.

Mein Tipp: ein Wein der sich “einfach so” zum Aperitif trinken lässt und ebensogut zu einem feinen, nicht zu stark gewürzten Essen.

Domaine du Manoir Grand Cru
Oeil-de-Perdrix 2014
Pinot Noir 100%
Rosé
Reifungspotential 1 – 3 Jahre
12.5 %

Weinweib Oeil de Perdrix

 

Aromen: Erfrischende Aromen roter Beeren, Birnen, Waldbeeren, Meersalz

Hach! ich glaube ich habe einen komplett neuen Weg entdeckt, den von mir nicht so gemochten Pinot Noir (ihr erinnert euch = Blauburgunder, Spätburgunder, Pinot Nero) zu trinken! Weisswein ist ja nicht so mein Ding, Rotwein total und mein schon länger entdecktes Zwischending sind definitiv Roséweine. Also dieser hier ist genial. Und ich bin bei Roséweinen bissi heikel, weil noch lange nicht jeder einen guten Rosé herstellen kann. Wie im Factsheet erwähnt, ein schönes Lachsrosa, so richtig erfrischend. Sanft im Mund, knackige Restsäure und sowohl in der Nase wie im Mund hat er schöne Aromen, die irgendwie mehr versprechen. Ich habe mir dazu Linguine al Pesto gemacht (zugegeben, nicht selbst gemachtes Pesto sondern das von Barilla) und das Resultat war ein schöner “Biss” von Säure und Salz. Etwas, das ich als adoptierte Toskanerin natürlich sehr mag.

 

Das coole an den Weinen ist, das ich sie günstiger als üblich einkaufen konnte. Bei CoupoNation hat Obrist Wein einen tollen Gutschein, wodurch man billiger an viele leckere Tropfen kommt. Zugreifen würde ich sagen. Ausser man ist bei Coop Schweiz im Supercardprogramm und wartet, bis man mal wieder alle Weine mit den Superpunkten bezahlen kann. Dauert aber…

 

Weiter im Text, eh in der Verkostung, jetzt mit den Rotweinen:

La Bastide, Yvorne Grand Cru 2013
Chablais AOC
Pinot Noir, Gamay, Garanoir
Rotwein
Reifungspotential 2 – 4 Jahre
13%

Weinweib Yvorne

 

Aromen: Fruchtig nach Kirschen und ein bisschen Zwetschge.

Hm, also dieser Wein ist für mich eher schwieriger zu beschreiben. An der Nase habe ich nicht so wahnsinnig viel gerochen wie ich gerne gehabt hätte. Irgendwie flach, obwohl fruchtig aber dennoch habe ich die Säure ziemlich rausgerochen. Leider war er mir auch im Mund zu säurelastig und ich konnte ihn nicht so geniessen. Er wird Leuten schmecken die gerne säurelastige Weine trinken, die peppig sind und fruchtig. Eher leicht und mit einem raschen Abgang. Qualitativ ist er auf jeden Fall gut und ausgewogen. Aber wie du ja schon gelernt hast, ist Wein trinken extrem subjektiv. Ich würde den Wein mit Fisch kombinieren. Für alle neugierigen unter euch: gebt ihm eine Chance. Dazu habe ich ein Schweinefilet mit Reis gemacht.

Und hier kommt mein Lieblingswein!

Plant Robert Domaine de Autecour Grand Cru 2012
Mont-sur-Rolle, La Côte AOC
Plant Robert 100%
Reifungspotential 4 – 6 Jahre
13.5 %

Weinweib Plant Robert

 

Aromen: Schwarze Kirschen, Waldbeeren, Pfeffer, Zeder, ein wenig Tabak

Da strahlt mein Rotweinherz und ich hätte beinahe die ganze Flasche auf einmal ausgetrunken. Aber nur fast. Ich kannte die Traubensorte Plant Robert vorher noch nicht. Spannende Rarität, die ausschliesslich im Lavaux angebaut wird. Nicht so ertragreich ist und dementsprechend konzentrierte Weine gibt. Dieser Wein hier ist für mich die Schweizerversion von einem Nero d’Avola oder jungen Malbec aus Argentinien. Die Farbe, die Aromen, die super Tannine sind vielversprechend. An der Nase ist er fruchtig und man könnte meinen, man steht in einem sommerlichen Beerengarten. Im Mund ist er richtig saftig, man hat fast das Gefühl auf schwarzen, reifen Kirschen zu kauen und er hat einen wunderbar runden Abgang. Ich habe ihn direkt mit einem feinen Rindsfilet und Salzkartoffeln kombiniert, könnte ihn aber auch “nur so” zum puren Genuss trinken.

 

Mein Tipp:

Mit einem spannenden Buch in der Hand und ein paar Rauchmandeln. Aber auch zu schön reifem Hartkäse, evtl. wäre die Kombi mit einem reifen Pecorino auch nicht übel. Jedenfalls ist es ein Wein, der jedem Liebhaber von satten, tiefen Rotweinen schmeicheln wird.

 

So, ich hoffe das ich euch neugierig auf neue Weine gemacht habe.

Herzlichst, Chris WeinWeib

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