Wein

Wein meine Leidenschaft

Januar 18, 2015

Wein meine Leidenschaft

Ja, lange ist es her das ich mich gemeldet habe. Vieles ist passiert seit dem letzten Blogeintrag aber jetzt kehrt langsam Ruhe ein und ich habe wieder die nötige Musse mich um meinen Weinblog zu kümmern. Berufsbedingt pendle ich zurzeit noch mit dem Auto zwischen Bern und Herrliberg (das ist ausserhalb von Zürich) und habe deshalb oft auch genug Zeit, über alles mögliche nachzudenken. Das geht beim Autofahren prima. Also dachte ich vor kurzem über meinen Blog nach, was ich eigentlich (wieder) schreiben will und was mich anders macht zu den – sagen wir mal – gewöhnlichen Weinschreiberlingen.

Und ich stellte fest, das ich einen ganz anderen Ansatzpunkt habe was Wein betrifft.

Mir sind grosse Namen ziemlich egal, wenn schon interessiert mich eine Vertiefung der kleinen Weingüter. Es kümmert mich auch nicht wie viel Punkte oder Sterne ein Wein bekommt und auch nicht, ob ein grosser Weinprophet einen Wein als super toll qualifiziert.

Wieso? Als ich einen kurzen Schwenker in die Luxushotellerie machte, hatte ich dort ein sehr kurzes Gespräch mit einem Gastronomen, der wissen wollte, was ich den von Wein so kenne. Ich meinte, das ich spezialisiert auf Chianti Classico sei und auf Toscanische Weine, mich zwar generell Wein interessiert aber eben, mein “Fachgebiet” dort sei. Der Typ schaute mich ungläubig an und fragte mich wie man auf die Idee kommen könne, sich nur für Chianti Classico zu interessieren. Ich versuchte ihm zu erklären wieso das der Fall war, aber eigentlich hörte er mir gar nicht mehr zu. Weil es ihn nicht mehr interessierte. Die Weinliste dieses Restaurants stellte sozusagen ein Buch dar, es gab alles. Wein von rund um den Globus in jeder Preislage, natürlich dem Lokal entsprechend in den oberen Gefilden angelegt. Namhafte Weingüter waren ebenso vertreten wie ein paar kleine.

Weinverkosten

Mein Ansatz habe ich gemerkt ist, wie wenn man das Pferd von hinten aufsattelt. Da es mir egal ist ob ein Weingut super berühmt ist, kann ich mir allermeistens die Namen gar nicht merken. Ich kenne diejenigen, welche ich über Jahrzehnte selber besucht habe, solche von denen ich oft Wein getrunken habe ohne sie persönlich zu kennen. Solches kann ich mir merken.

Aber noch viel besser kann ich mir die Traubensorten merken. Und das ist mein Ansatz. Für mich hat jede Traube ihre Faszination, die Traube macht den Wein aus, nicht umgekehrt. Die Traube gibt jedem Wein seine Aromen, den Ausdruck, die Tiefe. Es fängt bei der Traube an und die interessiert mich! Wieso eine Traube je nach Hang- und Höhenlage und Ausbauart einen anderen Wein gibt. Wenn ich mir vorstelle wie wahnsinnig Abwechslungsreich Sangiovese ist, da könnte man sich durch hunderte Chianti Classico’s und Riserva’s trinken, bis man alles durch hat. Und jede Flasche wäre anders.

Wieso soll man sich nicht genau nur auf das konzentrieren? Und in einem Gebiet wirklich gut sein? Was ist daran falsch? Ich finde: gar nichts. Ich habe dem Supergastronomen voraus, das ich “meinen” Wein kenne, das ich vom Verkosten her sagen kann, an welcher Hanglage die Sangiovese gewachsen ist oder auch auf welcher Höhenlage. Weil ich mich dermassen damit beschäftigt habe, meine ganze Sensorik eingesetzt habe, das ich es kann. Punkt.

Es ist das was ich als Wein Leidenschaft definiere.

Herzlichst, WeinWeib

 

Was ist deine Leidenschaft? Wie gehst du ans Thema Wein ran?

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