Wein

Sangiovese die Tusse – oder Naomi Campbell in liquider Version

Oktober 29, 2013

Sangiovese die Tusse

Ich bin ja bekennende Sangiovese Liebhaberin, die facettenreichste unter den Weintrauben. Alle meine Kunden hören auf einer Weintour im Chianti Classico irgendeinmal folgenden Satz „Wenn Sangiovese eine Frau wäre, dann wäre sie Naomi Campbell, sehr schön aber eine mega Tusse” (sorry Naomi, ich finde dich wegen dem cool).

Je nach Höhenlage, Terroir (Erdbeschaffenheit), Hanglage und Alter des Rebstocks, ändert sie massiv Aromen. Wächst sie z.B. auf Kalkboden (Galestro) findet man Aromen von Waldbeeren im Wein. Wächst sie auf Tuffstein (vulkanisches Gestein) findet man eher frische Tabakaromen und auf Sandstein, Rosenaromen. Und das von ein und derselben Traube! Mal ist sie leicht und recht säurehaltig und das Rubinrot ist hell. Mal ist es ein dunkles Rubinrot mit Granatreflexen, im Mund eher fruchtig und hat mehr Tannine. Interessant ist, dass ihre Kopfnote das Veilchen und sehr oft Grüne Paprika zu riechen ist. Unabhängig von der Höhenlage. D.h. das sind Charakteristika, welche die Tusse immer mit sich bringt.

Sangiovese hat etwas besonderes: sie haut einem immer mit dem spitzen Ellbogen eins in die Rippen und wenn sie ganz schlecht gelaunt ist, kratzt sie mit den Fingernägeln über eine Schieferplatte. Ziemlich schlimm wird sie, wenn sie bemerkt, dass sie 2 kg zugenommen hat. Dann kratzt und beisst sie und man geht ihr besser aus dem Weg. Ich liebe es ja sowieso, jeder Weintraube eine echte Persönlichkeit zu geben. Und auf Anfrage von BlogleserInnen mache ich mich daran, jeder (mir) bekannten Traube eine Persönlichkeit zu geben. Den Anfang hat also meine engste Freundin Sangiovese = Tusse gemacht.

Du kannst das übrigens ziemlich einfach prüfen. Trink verschiedene Chianti Classico’s, von diversen Herstellern und schau mal, was dabei rauskommt. Tusse wird sich zu erkennen geben! Ganz bestimmt.

Herzlich, Chris – Weinweib

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